Marc Bonsmann: Wie weit soll Nachhaltigkeit gehen?

Der Kresse-Experte Marc Bonsmann, Country Manager DACH von Koppert Cress, über den Nachhaltigkeitsgedanken und darüber, wie sinnvoll radikale Regionalität ist.
Januar 21, 2019 | Text: Marc Bonsmann | Fotos: beigestellt

Nachhaltigkeit ist aktuell das allübergreifende Thema – fast alle sprechen darüber und wollen danach handeln. Alle Lebensmittel sollten aus dem direkten Umfeld kommen, natürlich nachhaltig produziert – am besten noch an Ort und Stelle. Prinzipiell ist dieser Gedanke auch sehr löblich und wünschenswert, wenn er doch auch bis in letzter Konsequenz zu Ende gedacht werden würde. Ist es nun nachhaltig, wenn jeder Landwirt explizit für einen Betrieb Produkte anbaut oder herstellt?
Marc Bonsmann, Koppert Cress
Jeder möchte nachhaltig produzierte Produkte essen und fühlt sich dann gut dabei, doch achtet er auch darauf, was nachhaltig für ihn selbst, also für seinen Körper ist? Bei den wenigsten ist dies der Fall und so wird munter nachhaltig angebautes Essen in sich hineingeschaufelt, ohne darauf zu achten, ob es gut für einen ist.
Sind es nicht wir selbst, an die wir zuerst denken sollten, damit auch in Zukunft all die nachhaltig produzierten Lebensmittel verzehrt werden können? Nur auf die Produzenten zu schauen, reicht eben nicht aus, es fängt bei uns selbst an. Wir haben einfach vergessen, aus Gründen der Bequemlichkeit, preislichen oder ähnlich gelagerten Gründen, auf uns zu achten und auf das, was wir essen – tagein, tagaus. Diejenigen, die am lautesten schreien, sollten sich selbst hinterfragen und dann entscheiden.

Nachhaltig um jeden Preis?

Aber was bedeutet denn eigentlich Nachhaltigkeit? Auf was oder für wen ist sie ausgerichtet? Wann fängt Nachhaltigkeit an und wo sollte sie aufhören? Wikipedia schreibt dazu: „Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen- Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme gewährleistet werden soll.“
Also möchte ich behaupten, dass es nicht zwingend sinnhaft ist, alles nur noch lokal produzieren zu lassen. Es gibt Spezialisten für gewisse Lebensmittel, die alles dafür tun, ein gesundes und natürliches Lebensmittel zu produzieren, und diese Produzenten sind nicht immer direkt um die Ecke. Aber die Produktion ist nachhaltig, ressourcenschonend und umweltbewusst. Am Ende wollen wir doch, dass auch in 50 oder 100 Jahren (und darüber hinaus) noch Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch zur Verfügung stehen, oder? Nachhaltiges Handeln ist eine Verantwortung von uns allen. www.koppertcress.com

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