Ausgabe 215

Der Kuss der Muse

Einmal Inspiration, bitte! Natürlich wird es tunlichst vermieden, in der Branche nachzumachen, was die Kollegen so auf ihre Teller bringen. Aber ein Blick über den eigenen Tellerrand regt die Fantasie an. Wer und Was hinter und in den wohl schönsten Gerichten des Jahres steckt, erfahrt ihr hier.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: J.L. Lopez de Zubiria, Tuuka Koski/contact@koskisyvari.com, Photoshelter http://www.photoshelter.com, Richard Boll, BD@PV, Colin Page 2013, César del Río, Helgekirchberger/Red Bull Hanger-7, beigestellt

Jeder einzelne Koch könnte Motivationscoach werden. Köche arbeiten sich mit unendlich viel Schweiß, Blut und Leidenshaft an die Spitze, jeder auf seine eigene Art.  Sprüche wie: „Es liegt nur an dir. Du kannst alles schaffen“ oder „Du entscheidest, wer und was du sein willst“ sind nicht umsonst Erfolgsschlager in der Lifecoach-Riege und passen nirgendwo so gut wie in der Gastro­nomiebranche. Wenn man sich die Gehälter einmal ansieht, ist klar, dass viele den Job nicht machen, weil sie damit versuchen, reich zu werden. Beso helado de Ostras von Andoni Luis Aduriz Nein, vielmehr stecken hinter dem Erfolg und dem Superstar-Image, das Köche heute teilweise erleben dürfen, harte Arbeit, viele dunkle Stunden und das Ziel, etwas zu verändern. Eine Geschmacksexplosion zu entzünden oder die Gäste aus dem Alltag zu reißen, die Welt zu verbessern, aus jeder einzelnen Zutat das Bestmögliche herauszuholen. Jedem Blatt, jeder Knospe, jedem Stück Fleisch gerecht zu werden. Sie zu veredeln.

24.11.2017