Ausgabe 233

David Chang: Warum der Netflix-Star alles dem Schweinebauch zu verdanken hat

Vom Golf-Wunderkind zum Gastro-Revolutionär: Wie Momofuku-Mastermind David Chang Fine-Dining neu definierte und in weißer Uniform die Welt erobert.

Text: Lucas Palm     Fotos: Momofuku, Zack DeZon, Gabriele Stabile, Eric Medsker

David Chang hat alles dem Schweinebauch zu verdanken – sagt er. Zwei Michelin-Sterne, 23 Restaurants in Städten wie New York, Washington D.C., Sydney und Toronto, seinen Platz im Times-Magazine-Ranking der 100 einflussreichsten Menschen der Welt – die Liste kann endlos weiter geführt werden. Sein Kult gewordenes Signature Dish namens Pork Bun ist im Grunde genommen ein nicht allzu aufwändiges Schweinebauch-Sandwich. Und genau diese intuitive Einfachheit seiner Küche ist es, durch die Chang von New York aus das westliche Verständnis von Fine-Dining neu definieren und revolutionieren sollte.

New York – jene Stadt also, in die 40 Jahre zuvor sein Vater aus Nordkorea geflüchtet war. Joe Chang hatte gerade einmal 50 US-Dollar in der Tasche, als er den Boden des Big Apple betrat. Die ersten drei Nächte verbrachte er in einem Nachtkino, bevor er eine „nette jüdische Dame“ kennenlernte, die ihm ein Zimmer um einen Euro die Nacht vermietete.

Joe fand schließlich einen Job als Tellerwäscher – und bestätigt das Klischee des American Dream, wonach im Land der unbegrenzten Möglichkeiten dieser Job der Garant für eine steile Karriere ist. Joe Chang ging seinen Weg. Zuerst als Restaurantinhaber, dann als Gründer einer Golf-Equipment-Firma. Und hier kommt – im wahrsten Sinne des Wortes – sein Sohn David ins Spiel.



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15.02.2019