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Österreich: Koch und Kellner auf Liste der Mangelberufe

Die Liste der Mangelberufe wurde aktualisiert: Koch und in manchen Teilen Österreichs auch Kellner zählen jetzt dazu.

Text: Sissy Rabl     Fotos: Shutterstock

Dass die Gastronomiebranche ein Problem mit Fachkräftemangel hat, ist nun wirklich nicht neu. Nun hat aber auch die österreichische Regierung darauf reagiert: Koch und zum Teil auch Kellner soll in die Liste der Mangelberufe aufgenommen werden.

Köche bei der Arbeit, Mangelberufe

Mangelware Koch

Was ist eigentlich ein Mangelberuf?

Jedes Jahr einigt sich die Regierung auf eine Liste von Berufsgruppen, in denen ein Fachkräftemangel besteht. Berufstätigen dieser Sparten aus Drittländern wird dann der Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Karte und somit zum heimischen Arbeitsmarkt erleichtert. Dieses Jahr umfasst die Liste 45 Berufe und erstmals auch Köche. 

Außerdem wird die Liste 2019 auch zum ersten Mal regionalisiert veröffentlicht. Das heißt in Oberösterreich und Vorarlberg gilt zum Beispiel ab 2019 Bäcker als Mangelberuf, im Rest Österreichs nicht. Auch Kellner gelten demnach nächstes Jahr in Salzburg, Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich als Mangelberuf. 

Gastronom und NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn gibt sich vorsichtig erfreut: "Dass die Regierung nun endlich jene überfälligen Reformen angehen, auf die NEOS seit Jahren drängen, ist begrüßenswert. Besonders die niedrigeren Hürden sowie die Regionalisierung der Mangelberufsliste sind hierbei durchaus positive und wichtige Maßnahmen."

Lohn-Dumping

Die Gewerkschaft äußert sich allerdings kritisch zu dem Vorhaben der Regierung. Vorsitzender der Gewerkschaft im Fachbereich Tourismus Berend Tusch plädiert in einem offenen Brief an Vizekanzler Heinz-Christian Strache um eine Verbesserung des Angebots für österreichische Fachkräfte.

Die Veränderung führt in erster Linie zu Lohn-Dumping: "Von einer Regionalisierung profitiert letztlich nur die Unternehmer-Seite. Betriebe können in einem noch größeren Pool an verfügbaren Arbeitskräften fischen – so lange, bis sie jemanden finden, der zu billigsten Löhnen arbeitet. Für KöchInnen in Österreich gibt es durch die Regionalisierung nicht mehr Arbeitsplätze. Was sich ändert ist, dass sich die Zahl der KöchInnen erhöht, mit denen sie um die existenten Stellen konkurrieren müssen."

Wie bekomm ich eigentlich die Rot-Weiß-Rot-Karte?

Als nicht EU-Bürger gibt es sechs Personengruppen, die für die Rot-Weiß-Rot-Karte in Frage kommen:

  • Besonders Hochqualifizierte
  • Fachkräfte in Mangelberufen
  • Sonstige Schlüsselkräfte
  • Studienabsolventen einer österreichischen Hochschule
  • Selbständige Schlüsselkräfte
  • Start-up-Gründer

Die Karte ermöglicht dann den Aufenthalt und die Arbeit in Österreich für 24 Monate. Die Karte ist außerdem an ein Mindestgehalt gekoppelt: Für unter 30-Jährige sind das 2.565 Euro Brutto, für über 30-Jährige 3.078 Euro Brutto. Die Regierung hat allerdings vor dieses Mindestgehalt zu verringern. Zu beantragen ist die Rot-Weiß-Rot-Karte bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde des jeweiligen Heimatlandes (Konsulat oder Botschaft) oder der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (z.B. Magistrat oder Bezirkshauptmannschaft) zusammen mit einer Arbeitgebererklärung.

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05.12.2018