ROLLING PIN-CEO Jürgen Pichler: «Die CHEFDAYS sind Geschichte!»

2014 aus einer Laune heraus erfunden, wurden die CHEFDAYS innerhalb von nur fünf Jahren – mit über 10.000 Teilnehmern – zum größten Food-Symposium im deutschsprachigen Raum. 2020 wird jedoch alles anders.
Juni 4, 2020

ROLLING PIN CEO und Founder Jürgen Pichler im Interview über das Aus der CHEFDAYS, die Folgen der Corona-Krise sowie die Expansionspläne des ROLLING PIN-Universums. 

Die CHEFDAYS wurden aus einer Laune heraus gegründet. Werden sie aus einer Laune heraus auch wieder eingestellt?
Jürgen Pichler: Es stimmt, dass wir uns aus einer Laune heraus entschlossen haben, die CHEFDAYS zu gründen. Wir waren auf einem Food-Avantgarde-Festival in Deutschland. Nur waren die Inszenierung und Energie, die dort herrschten, bei Weitem nicht das, was möglich gewesen wäre. Man hat förmlich gemerkt, wie bei den Besuchern und den Speakern einfach keine Freude aufkam. Am Flughafen sind wir zufällig mit einigen Speakern zusammengetroffen, die das ganz gleich empfanden und uns aufforderten: „Macht ihr das. Ihr kennt jeden, seid erfrischend anders und habt so viel Power und Energie.“ Wir erkannten die Chance, das, worüber wir sonst nur schreiben, erlebbar machen zu können und gleichzeitig einen magischen Ort zu erschaffen, von welchem die Besucher voll geflasht, motiviert und mit unzähligen neuen Ideen, Kontakten, Eindrücken, Erlebnissen und neuen Freunden nach Hause gehen und sich aufs nächste Jahr freuen. Und der Rest ist eine großartige Erfolgsgeschichte. Innerhalb von fünf Jahren wurden wir mit über 10.000 Teilnehmern pro Jahr zum größten Foodsymposium in Deutschland und Österreich.

Menschen suchen gerade in schwierigen Zeiten nach Antworten, Inspiration und Lösungen. Die ROLLING PIN Conventions bringen diese wie kein anderes Format.

Tim Raue

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2014 hat Jürgen Pichler die CHEFDAYS erfunden und zum größten Foodymposium im deutschsprachigen Raum gemacht. Dieses Jahr wird jedoch alles anders.

Damit haben Sie aber nur den ersten Teil meiner Frage beantwortet. Werden die CHEFDAYS eingestellt?
Pichler: Die CHEFDAYS sind – so, wie man sie kennt – Geschichte. Aber nicht aus einer Laune heraus und nicht so wie Sie es auffassen. Wir haben die CHEFDAYS als kleines, feines Symposium konzipiert. Unsere ersten CHEFDAYS waren so groß wie unsere letzte Backstage-Area. Ein Jahr später kam bereits eine Masterclass-Bühne dazu. Dann haben uns Gastronomen gebeten, auch Vorträge für sie zu machen. Damit wurde unsere NUTS Stage geboren und so ging es munter weiter. 2020 wollten wir unser Angebot noch breiter gestalten und waren bereits voll in der Planung für die BAR DAYS, einem Symposium für Barkeeper und Mixologen – welche wir auch in die CHEFDAYS integrieren wollten. Und dann kam Corona.  

Das heißt Corona sorgte für das aus der CHEFDAYS?
Pichler: Wir haben Gott sei Dank schnell reagiert und für die im Mai geplanten CHEFDAYS Austria einen Terminslot für November bekommen. Und wie es dann so ist, wenn man mal ein wenig Zeit zum Durchatmen hat, beginnt man nachzudenken. Privat wohnen wir am Fuße eines Berges. Ich war in den Wochen des Lockdown in Summe mehr am Berg als die letzten 20 Jahre davor zusammen. Wenn man also irgendetwas Positives aus dieser schrecklichen Corona-Krise mitnehmen will, dann zumindest, dass man Zeit hatte, Mechanismen und alte Strukturen neu zu überdenken und so haben wir begonnen, alles, was wir je gemacht haben, in Frage zu stellen und sind zum Ergebnis gekommen, die Karten komplett neu zu mischen. 

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Herdmagier Heinz Reitbauer vom Steirereck in Wien wird die Mainstage auf den CHEFDAYS in ein spitzenkulinarisches Pilzlabor verwandeln.

Was heißt das nun konkret?
Pichler: Wir strukturieren das Event komplett neu und setzen gleichzeitig einen großen Wachstumsschritt. Das Event wird ab sofort ROLLING PIN Convention heißen und verschiedene Welten beherbergen. Von der Welt der CHEFDAYS mit jeweils drei Bühnen, über unsere NUTS Stage für Gastronomen bis zur neuen Welt der BAR DAYS mit zwei Bühnen. Die Idee ist, dass das ganze Team eines Unternehmens auf die ROLLING PIN Convention kommt, jeder in seine Welt eintaucht, dort einzigartige, auf seine Interessen zugeschnittene Vorträge, Workshops erhält, um sich zum Schluss mit seinen Kollegen wiederzutreffen, um miteinander eine unvergessliche Zeit zu haben. Die ROLLING PIN Convention wird sozusagen Weiterbildung, Networking und Teambuilding auf einen Schlag. 

Das klingt alles schon groß. Wo ist dann die Abgrenzung zu klassischen Gastronomiemessen?
Pichler: Bei uns steht Content im Vordergrund. Erstmals werden wir pro Convention sechs Stages bespielen. Das bedeutet für die Teilnehmer so viel Content, Inspiration, Ideen und Lösungen geliefert zu bekommen wie noch nie. Über 100 Top-Speaker aus der ganzen Welt werden ihre neuesten Gerichte, Techniken aber auch Ideen und Strategien, wie man die neuen Herausforderungen im Business optimal bewältigen kann, präsentieren. Heute ist Content mehr denn je gefragt. Und genau dieses Bedürfnis decken wir mit den ROLLING PIN Conventions ab. Wir gehen im Line-up sogar einen Schritt weiter, und werden neben Top-Speakern wie Daniel Humm (Eleven Madison Park, NYC) oder Gaggan Anand auch Speaker, die im ersten Moment nichts mit der Gastronomie am Hut haben auf der Bühne begrüßen. So wird zum Beispiel der ehemalige Mister Universe,“Gladiator” und Unternehmer Ralf Möller über Motivation, Niederschläge, Krisen sowie das Haifischbecken Los Angeles sprechen. Und diese Mischung macht uns einzigartig. 

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Ralf Möller spricht über Motivation, Niederschläge, Krisen sowie das Haifischbecken Los Angeles.

Die CHEFDAYS waren auch immer für ihre einzigartige Stimmung berühmt. Was wird sich im Zuge der ROLLING PIN Convention ändern?
Pichler: Wir haben ein einzigartiges Sicherheitskonzept erarbeitet und passen dieses ständig an. Mit diesem schaffen wir es, die Teilnehmer, Speaker, Partner sowie unser Team optimal zu schützen. So haben wir eine neue Halle dazugemietet, damit die benötigten Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Wir werden die benötigten Hygienemaßnahmen unterhaltsam inszenieren und tun alles, damit die Teilnehmer eine großartige, unbeschwerte, aber auch sichere Zeit haben. Und jeder der uns kennt, weiß, dass wir das auch können. Und vielleicht wird – wenn es erlaubt ist – auch der eine oder andere bekannte Musik-Act um die Ecke schauen.

Was passiert mit den weiteren, erfolgreichen Marken wie den ROLLING PIN Awards, den JUNGEN WILDEN oder den 100 BEST CHEFS?
Pichler: Die Marken haben sich großartig entwickelt und sind ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Gastronomie geworden. Daher haben wir uns entschlossen, diese in die Convention zu integrieren. Die ROLLING PIN Convention wird damit zur ultimativen Leistungsschau. Man kann nicht nur über 100 Top-Speaker live on Stage erleben, man kann auch bei der Auszeichnung der 100 BEST CHEFS, 50 BEST BARKEEPER, den BAR DAYS Awards, der Vorausscheidung und dem Finale der JUNGEN WILDEN dabei sein. Mehr Inspiration und Networking geht einfach nicht. Das haben auch unsere ausstellenden Partner von Anfang an erkannt. Daher gehen wir auch dieses Jahr – gegen jeglichen Trend – von einem neuen Rekord aus.

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Querdenker, TV-Star und Visionär Tim Mälzer gehört zu den absoluten Highlights der CHEFDAYS.

Was sind die weiteren Pläne?
Pichler: Wir haben kürzlich unser neues Office in Berlin eröffnet, da unser voller Fokus auf der Expansion am deutschen Markt liegt, auf dem wir ohnehin schon stark vertreten sind. Da wir immer erfolgreich und sparsam waren, können wir viele Expansionsideen jetzt realisieren. Die Krise hat, wenn man so will, für uns vieles extrem beschleunigt. Was mittelfristig geplant war, haben wir in ein paar Wochen umgesetzt. So haben wir innerhalb weniger Tage mit unseren ROLLING PIN Masterclasses eine eLearning-Plattform gestartet, welche man in unserer App kostenlos nutzen kann. Dieses geht ähnlich wie unser ebenfalls in der Krise gelaunchtes Podcast-Format „Rolling Pin-Talks“ sowie unsere Gastro-Live-Talks auf Facebook voll durch die Decke. Daneben haben wir unglaublich viel Herzblut und Lobbying in die Aktionen #restartgastro sowie www.rettetdiegastro.com gelegt, welche wir mit- bzw. ganz entwickelt haben. Ich bin der Meinung, dass Krisen den wahren Charakter von Menschen und Unternehmen zeigen. Daher war diese Entwicklung ganz spannend zu sehen. Apropos Partner der Gastronomie: Wir wissen, dass sich viele Mitarbeiter und Unternehmer der Gastronomie dieses Jahr in finanziell schwierigen Zeiten befinden werden. Geld sollte aber niemanden von Bildung und Networking ausschließen. Gerade in diesen Zeiten, wo Menschen händeringend nach Lösungen, Ideen und Inspiration suchen. Daher greifen wir auch hier in die Tasche und reduzieren die Ticketpreise um 50 Prozent. Damit kann sich jeder die Teilnahme an den einzigartigen ROLLING PIN Conventions leisten.

www.rollingpinconvention.com

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