Ende einer Ära: Obauer schließt nach 47 Jahren
Es gibt Namen, die in der Gastronomie nicht einfach nur für ein Restaurant stehen. Sondern für eine Haltung. Für ein Lebenswerk. Für eine Küche, die Generationen geprägt hat. Obauer ist so ein Name.

Es gibt Namen, die in der Gastronomie nicht einfach nur für ein Restaurant stehen. Sondern für eine Haltung. Für ein Lebenswerk. Für eine Küche, die Generationen geprägt hat. Obauer ist so ein Name.

Nun steht fest: Das legendäre Restaurant-Hotel Obauer in Werfen schließt am 26. Oktober 2026. Der Restaurant- und Hotelbetrieb wird bis zum österreichischen Nationalfeiertag vollumfänglich weitergeführt. Danach ziehen sich Karl, Rudi und Angelika Obauer aus Altersgründen in den Ruhestand zurück.
Damit endet eines der großen Kapitel der österreichischen Spitzengastronomie. In einer offiziellen Erklärung spricht die Familie von einem „schönen, über 47 Jahre reichenden Kapitel“ ihres Berufslebens. Die Gastronomie habe man stets „wie eine Disziplin des Leistungssports“ verstanden – mit Leidenschaft, vollem Einsatz und höchstem Anspruch an sich selbst. Genau deshalb wolle man aufhören, solange man diesem Anspruch bis zum Schluss gerecht werden könne.
Von Werfen in die Welt
Die Geschichte der Obauers beginnt nicht mit Glanz und Glamour, sondern mit einem Familienbetrieb in Werfen. 1979 übernahmen Karl und Rudi Obauer das traditionsreiche Haus und formten daraus Schritt für Schritt eine der bedeutendsten kulinarischen Adressen Österreichs. Aus einem ambitionierten Wirtshaus wurde ein international gefeiertes Restaurant-Hotel – tief verwurzelt im Salzburger Land und doch weit über Österreich hinaus bekannt.

Was die Küche der Obauers so besonders machte: Sie war nie modisch, aber immer modern. Bodenständig, aber nie brav. Regional, aber nie eng. Ein eigenständiger Stil, der alpine Produkte, österreichische Seele und internationale Erfahrung zusammenführte – unverkrampft, präzise und mit jenem Obauer-Ton, den man nicht kopieren kann.
Die Auszeichnungen sprechen für sich: zwei Michelin-Sterne, fünf Hauben von Gault&Millau, die Aufnahme in „Les Grandes Tables du Monde“ und der Titel „Köche des Jahrzehnts“. Aktuell werden Karl und Rudi Obauer zu den höchstdekorierten Köchen Österreichs gezählt.
Ein Dank an Gäste, Team und Region
In ihrer Erklärung bedanken sich die Obauers bei den unzähligen Gästen, „von denen viele zu Freundinnen und Freunden geworden sind“, bei ihren Mitarbeitern, Lieferanten, Dienstleistern und den Produzenten der Region. Ohne sie, so die Familie, hätten sich Stil und Atmosphäre des Hauses nicht entwickeln können.
Auch den Medien danken die Obauers für die Berichterstattung, die über Jahrzehnte zur Motivation beigetragen habe. Vor allem aber blicken sie mit Freude auf eine Zeit zurück, in der es möglich war, das Restaurant-Hotel Obauer als wirtschaftlich erfolgreiches Haus und geschätzten Ort der Gastlichkeit zu etablieren.