Master of Sweets-Macher im Interview: So rückt RTL die Spitzenpâtisserie ins Rampenlicht

Am Sonntag geht die neue Show "Master of Sweets" aus der Kitchen-Impossible-Schmiede an den Start. Executive Director Sven Steffensmeier und Juror René Frank geben uns erste Einblicke im Exklusiv-Interview.
Januar 7, 2022 | Text: Niko Zoltan | Fotos: EndemolShine, Patrick Kirchberger, RTL+

Ab 09.01.2022 bringt RTL mit einem einzigartigen Format die Crème de la Crème der Pâtisserie ins Fernsehen. Dabei wird mehr gemacht als nur Kuchen gebacken: Master of Sweets – Die fabelhafte Welt der Zuckerbäcker verspricht spektakuläre Eindrücke zu liefern. Die Teilnehmer-Teams haben für vier Challenges je zehn Stunden Zeit, ein 1,5 Meter hohes Show-Piece  zu gestalten. Dabei müssen sie ihr Können in den Kategorien Candy, Cake, Frozen und Chocolate beweisen.

Unter den drei hochdekorierten Jurymitgliedern sorgt Spitzenpâtissier René Frank für hohes Niveau beim Geschmack. Als Produkt-Hardliner schaffte er den bemerkenswerten Coup, gleich zwei Michelin-Sterne für sein Berliner Restaurant CODA zu erreichen – und das obwohl (oder vielleicht gerade weil) dort ausschließlich Desserts auf der Karte stehen.

Die Konzeption von Master of Sweets stammt aus den kreativen Köpfen der Produktionsfirma Endemol Shine, die schon für die Kreation des TV-Phänomens Kitchen Impossible verantwortlich war. Wir haben mit Executive Director Sven Steffensmeier und Juror René Frank darüber gesprochen, wie man in einem übersättigten Markt trotzdem originell sein kann, warum Süßigkeiten auch essbar sein sollen und warum die hohe Kunst der Konditoren oft fast vergessen wird.

Rolling Pin: Beginnen wir beim Anfang: Wie ist die Idee für Master of Sweets entstanden?

Ab 09.01.2022 bringt RTL mit einem einzigartigen Format die Crème de la Crème der Pâtisserie ins Fernsehen. Dabei wird mehr gemacht als nur Kuchen gebacken: Master of Sweets – Die fabelhafte Welt der Zuckerbäcker verspricht spektakuläre Eindrücke zu liefern. Die Teilnehmer-Teams haben für vier Challenges je zehn Stunden Zeit, ein 1,5 Meter hohes Show-Piece  zu gestalten. Dabei müssen sie ihr Können in den Kategorien Candy, Cake, Frozen und Chocolate beweisen.

Unter den drei hochdekorierten Jurymitgliedern sorgt Spitzenpâtissier René Frank für hohes Niveau beim Geschmack. Als Produkt-Hardliner schaffte er den bemerkenswerten Coup, gleich zwei Michelin-Sterne für sein Berliner Restaurant CODA zu erreichen – und das obwohl (oder vielleicht gerade weil) dort ausschließlich Desserts auf der Karte stehen.

Die Konzeption von Master of Sweets stammt aus den kreativen Köpfen der Produktionsfirma Endemol Shine, die schon für die Kreation des TV-Phänomens Kitchen Impossible verantwortlich war. Wir haben mit Executive Director Sven Steffensmeier und Juror René Frank darüber gesprochen, wie man in einem übersättigten Markt trotzdem originell sein kann, warum Süßigkeiten auch essbar sein sollen und warum die hohe Kunst der Konditoren oft fast vergessen wird.

Rolling Pin: Beginnen wir beim Anfang: Wie ist die Idee für Master of Sweets entstanden?
Sven Steffensmeier: Während des ersten Lockdowns 2020 haben wir aufgrund von Trendanalysen festgestellt, dass das Thema Pâtisserie von großem Interesse ist. Darum haben wir ein Format erfunden, das sich von vergleichbaren Shows – etwa Das Große Backen – durch wesentliche Punkte unterscheidet. Wir sind mit hochdekorierten Profis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als Kandidaten am Start. Außerdem haben mit Matthias Mittermeier, Brigitta Schickmaier und René Frank eine hochkarätige Profi-Jury, die das Publikum nebenbei in die Geheimnisse der Pâtisserie einweihen.

Wir haben uns mit Kitchen Impossible in einen Markt hineinentwickelt, der eigentlich schon gesättigt war. Wir haben uns trotzdem nicht davon abhalten lassen.
Sven Steffensmeier scheut keine Herausforderungen – und der Erfolg gibt ihm recht.

Brutal schwierig, aber zuckersüß

Der Trailer von Master of Sweets gibt einen süßen Vorgeschmack auf die Staffel-Premiere am Sonntag

Backwettbewerbe im Fernsehen gibt es ja schon zuhauf. Wodurch sticht Master of Sweets heraus?
Steffensmeier: Beim Format haben wir uns an den Konditor-Weltmeisterschaften wie beispielsweise den World Chocolate Masters orientiert, bei denen die kreative Schokoladen- und Zuckerbäckerkunst im Mittelpunkt steht. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, einen sehr spektakulären Wettbewerb rund um das Thema Schaustücke zu machen.

René Frank: Diese Disziplin der Schaustücke in der Konditorei findet heute in Deutschland ja seltener statt, weil sie eine sehr aufwendige ist. Vorzeigeobjekte werden selten gemacht, weil Zeit- und Geldaufwand groß sind, aber das Endprodukt nicht lange haltbar ist. Deshalb ist es gut, dass es jetzt auch ein Format gibt, wo dieses Handwerk einem breiteren Publikum präsentiert wird, das bei der Herstellung dieser Kunstwerke mitfiebern kann.

Steffensmeier: Anfang des vergangenen Jahres haben wir nach der Casting-Phase sechs Zweierteams ausgewählt, die dann in eine halbjährige Trainingsphase gegangen sind. Da haben die Pâtissiers ihre Vorzeigeobjekte entworfen und geprobt, schon bevor die Dreharbeiten begonnen haben – wie bei den internationalen Wettbewerben.

Wie schwierig ist es, bei der Flut an Koch- und Backsendungen originelle Formate zu entwickeln?
Steffensmeier: Total schwierig. Wir haben auch damals, im Jahr 2014 mit Kitchen Impossible, in ein Feld hineinentwickelt, dessen Markt eigentlich schon gesättigt war. Wir haben uns trotzdem nicht davon abhalten lassen, in diesem Markt eine neue Stoßrichtung zu definieren, um den Zuschauern einen neuen Reiz zu geben. Und das ist ja auch gelungen. Dasselbe erwarten wir auch bei Master of Sweets.

RTL-Master-of-Sweets
V.l.: Moderator Daniel Hartwich mit den Jurymitgliedern Brigitta Schickmaier, René Frank und Matthias Mittermeier

Wir haben in der Umsetzung eine Bildsprache gewählt, die sehr edel und wertig daherkommt. Wir haben ein dem 20-er Jahre Paris nachempfundenes Set gebaut, dass man so, denke ich, im deutschsprachigen Raum auch noch nicht gesehen hat. Beim Zuschauer soll nicht der Eindruck eines Fernsehstudios, sondern der eines Pariser Marktplatzes entstehen. Die Jury kann sich dort – wie zwischen Marktständen – um die Stationen der Teilnehmer bewegen. Wir haben sowohl vom Look, als auch von der Spielmechanik und vom technisch hohen Anspruch, etwas Neues kreiert.

René, Deine Küche im CODA ist bekannt für natürliche Zutaten und das Weglassen von Zucker und Farbstoffen. Wie passt das mit einer Show über künstlerisch gestaltete Schaustücke zusammen?
Frank: Jeder der drei Jurymitglieder hat seinen Schwerpunkt. Wir haben unterschiedliche Backgrounds und mitunter auch unterschiedliche Meinungen. Bei mir ist die Kernkompetenz definitiv der essbare Teil. Das macht es nochmal spannend, denn die Teilnehmer müssen nicht nur im Gestalterischen alles geben, sondern auch ihre Stärken in der geschmacklichen Ausarbeitung zeigen.

Bei uns im CODA arbeiten wir gar nicht mit raffiniertem Zucker und wir werden auch sicher keine Schokoladen-Schaustücke auf den Tisch stellen. Aber die Pâtisserie ist unglaublich vielseitig und auch diese Disziplin gehört einfach dazu. Die Konditoren sind sehr stolz auf ihr Handwerk und das kann man nicht einfach aussterben lassen.

Es gibt überall Kochsendungen und alle wollen Koch werden. Wir wollen hier auf das klassische Konditorenhandwerk aufmerksam machen.
Pâtissier René Frank will die alte Schule der Zuckerbäckerei nicht in Vergessenheit geraten lassen

Es geht bei Schaustück-Wettbewerben darum, dass man bewusst Sachen auf die Spitze treibt, um zu sehen: Was ist möglich? Was kann man innerhalb der vorgegebenen Zeit schaffen? Und das schult das Qualitätsbewusstsein und die Fingerfertigkeit der Teilnehmer. Das sind Dinge, zu denen man im Normalbetrieb einer Konditorei oder eines Restaurants nicht kommt.

Wie wird bei der Jurybewertung vorgegangen – wird das meterhohe Kunstwerk einfach auseinandergenommen und gegessen?
Frank: Wir haben beim Ablauf des Wettbewerbs mitberücksichtigt, dass es nicht nur um Schaustücke geht, sondern dass das Ganze auch durch den Magen geht, so wie es sein soll. Das heißt, es gehört bei allem eine essbare Komponente mit dazu.

Steffensmeier: Wenn das Thema «Unterwasserwelten» ist, wie bei der Hauptchallenge in der ersten Folge am Sonntag, muss das Schaustück komplett aus Zucker entstehen, hat aber trotzdem kleine, essbare Bestandteile, die irgendwo in den Fischmündern oder Höhlen versteckt sind.

Soll durch die Show der Beruf des Konditors attraktiver gemacht werden?
Frank: Auf jeden Fall. Es gibt überall Kochsendungen und alle wollen Koch werden. Wir wollen hier auf das klassische Konditorenhandwerk aufmerksam machen, das nicht vergessen werden soll.

Warum sollen sich junge Leute für die Pâtisserie interesssieren?
Steffensmeier: Wenn man auf die Followerzahlen dieser Pâtisserie-Meister auf Instagram schaut, merkt man ein unglaubliches Interesse von der breiten Masse – obwohl das eigentlich ein relativ spezielles Thema ist.

Frank: Das Besondere an diesem Beruf ist, dass er sehr vielschichtig ist und daher sehr kreatives Arbeiten ermöglicht. Man kann in einer Konditorei arbeiten, in einem Hotel, in einem Restaurant – jeder kann das für sich herausfinden und sich, wenn er Erfahrung als Konditor und als Koch hat, für eine der Richtungen entscheiden. Oder man macht es wie ich und eröffnet ein Restaurant, in dem es nur ums Dessert geht.

Die erste Folge von Master of Sweets – Die fabelhafte Welt der Zuckerbäcker beginnt am Sonntag, 09.01.2022 um 17:30 Uhr auf RTL

[Die besten Jobs für Pâtissiers, Konditoren und Köche findest Du hier]

coda-berlin.com

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