McDonald’s gegen Prinzessin: Streit um 15 Millionen Euro

Die Gastronomin Carla von Hessen kämpft um das Erbe ihres verstorbenen Mannes, der vier McDonald's-Filialen führte. Der Fastfood-Konzern erzielte eine einstweilige Verfügung, der Rechtsstreit geht weiter.
Februar 9, 2023 | Fotos: Shutterstock

Es ist das Franchise-System, das das Fastfood-Unternehmen McDonald’s weltweit erfolgreich gemacht hat. Doch was passiert, wenn ein Franchisenehmer stirbt und die Nachkommen die Betriebe weiterhin führen wollen? Genau darum geht es in dem komplexen und teilweise skurrilen Streit, der seit 2020 um vier Schnellrestaurants in Ingolstadt tobt.

Nach dem Tod von Prinz Otto von Hessen, der die vier Filialen geführt hatte, wollte seine Frau und Erbin Carla von Hessen die Betriebe übernehmen.  McDonald’s erklärte sie aber als Franchisenehmer für ungeeignet und setzte eigene Manager für die betroffenen Filialen ein. Die Umsätze wurden auf Treuhandkonten umgeleitet. Das wollte die Prinzessin nicht hinnehmen – und versuchte um jeden Preis, die Kontrolle zurückzugewinnen.

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Etappensieg für den Konzern im Rechtsstreit: Zahlungen müssen «nach dem McDonald’s-System» abgewickelt werden

Es ist das Franchise-System, das das Fastfood-Unternehmen McDonald’s weltweit erfolgreich gemacht hat. Doch was passiert, wenn ein Franchisenehmer stirbt und die Nachkommen die Betriebe weiterhin führen wollen? Genau darum geht es in dem komplexen und teilweise skurrilen Streit, der seit 2020 um vier Schnellrestaurants in Ingolstadt tobt.

Nach dem Tod von Prinz Otto von Hessen, der die vier Filialen geführt hatte, wollte seine Frau und Erbin Carla von Hessen die Betriebe übernehmen.  McDonald’s erklärte sie aber als Franchisenehmer für ungeeignet und setzte eigene Manager für die betroffenen Filialen ein. Die Umsätze wurden auf Treuhandkonten umgeleitet. Das wollte die Prinzessin nicht hinnehmen – und versuchte um jeden Preis, die Kontrolle zurückzugewinnen.

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Etappensieg für den Konzern im Rechtsstreit: Zahlungen müssen «nach dem McDonald’s-System» abgewickelt werden

Sie fühlte sich um die Einnahmen der Restaurants betrogen. Im vergangenen Jahr tauchte die Prinzessin mit eigenen Bodyguards und Anwälten in den McDonald’s-Standorten auf und verkündete, die Kontrolle über ihre Geschäfte wieder übernommen zu haben. Gegen den Konzern erhob sie Anklage und forderte unter anderem 15 Millionen Euro. Die Bargeldeinnahmen streifte sie von da an wieder selbst ein.

Das Problem: Kartenzahlungen gingen weiterhin direkt an die McDonald’s-Konten. Um das zu verhindern, montierte sie kurzerhand die Kartenterminals in den Restaurants ab und bewarb «digitale Fastenwochen» bei McDonald’s in Ingolstadt.

Dem machte das Oberlandesgericht in München jetzt ein Ende. Der Senat urteilte, dass elektronische Zahlungen von nun an «nach dem McDonald’s-System» abgewickelt werden müssen. Bei Verstößen drohen Gesdstrafen in Höhe von bis zu 250.000 Euro. Das teilte das Münchner Oberlandesgericht am Mittwoch mit.

Die von McDonald’s erwirkte einstweilige Verfügung ist aber nur eine gewonnene Schlacht, nicht das Ende des Krieges. Im Streit darüber, ob der Prinzessin die Leitung der Restaurants zusteht, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Im Prozess, in dem von Hessen in erster Instanz scheiterte, legte sie Berufung ein, über die noch entschieden werden muss.

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