“Traurig und überrascht” – Spitzenköchin kritisiert The World’s 50 Best Restaurants
Einmal jährlich richten sich alle Blicke in der Branche auf eine bestimmte Bühne: die, auf der das Ranking von The World’s 50 Best Restaurants präsentiert wird. Wie es sich für ein internationales Ranking gehört, geben sich gastronomische Metropolen die Klinke in die Hand: New York, London, Turin oder Las Vegas waren bereits Austragungsorte. Als der Veranstalter William Reed bekanntgab, in diesem Jahr zur Zeremonie nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu laden, stieß die Entscheidung manchen Spitzenköch:innen sauer auf.
Einmal jährlich richten sich alle Blicke in der Branche auf eine bestimmte Bühne: die, auf der das Ranking von The World’s 50 Best Restaurants präsentiert wird. Wie es sich für ein internationales Ranking gehört, geben sich gastronomische Metropolen die Klinke in die Hand: New York, London, Turin oder Las Vegas waren bereits Austragungsorte. Als der Veranstalter William Reed bekanntgab, in diesem Jahr zur Zeremonie nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu laden, stieß die Entscheidung manchen Spitzenköch:innen sauer auf.
Die VAE werden von Nichtregierungsorganisationen immer wieder für die Missachtung der Menschenrechte kritisiert.
Spitzenköchin Dominique Crenn, die erste weibliche Drei-Sterne-Köchin der USA, wurde von The World’s 50 Best Restaurants als World’s Best Female Chef 2016 sowie mit dem Icon Award ausgezeichnet. In diesem Jahr wird sie jedoch nicht an der Veranstaltung teilnehmen, wie die New York Times berichtet.
“Ich muss zugeben, dass ich über diese Entwicklung traurig und überrascht bin, da sie meiner Meinung nach eine Abkehr von der Integrität darstellt, für die ’50 Best’ einst stand”, zitiert die Zeitung aus einer schriftlichen Stellungnahme Crenns.
“Ich kann meine Arbeit nicht von meinen Werten trennen und lehne Menschenrechtsverletzungen, insbesondere solche, die Frauen und die LGTBQ+-Community betreffen, weiterhin entschieden ab”, erklärt sie.
Unter den Gastronom:innen, deren Restaurants in der Liste vorkommen und die deshalb wahrscheinlich in diesem Jahr nach Abu Dhabi eingeladen werden, äußerte sich bis jetzt nur Crenn gegenüber der Times. Mehr als ein Dutzend haben nicht auf die Anfrage geantwortet oder wollten das Thema nicht kommentieren, schreibt der Autor, der ehemalige Restaurantkritiker Pete Wells.
So reagiert The World’s 50 Best
Bereits seit 2022 veranstaltet The World’s 50 Best seine Awardverleihung für die Regionen Mittlerer Osten und Nordafrika in Abu Dhabi. In diesem Jahr soll aber erstmals die weltweite 50-Best-Liste in der arabischen Metropole verkündet werden.
“Seit der Gründung im Jahr 2022 war Abu Dhabi Gastgeber der Veranstaltung ’50 Best Restaurants in the Middle East & North Africa’, was eine solide Grundlage für die erstmalige Begrüßung der globalen Gastronomiegemeinschaft im Jahr 2026 bildet”, heißt es in der Ankündigung des Events.
50 Best unterstütze weder Gewalt noch Hassreden oder Aufrufe zur Gewalt in jeglicher Form, schreibt die Organisation in einem Statement. “Politische Ansichten oder Richtlinien in der Region spiegeln nicht die Ansichten oder Positionen der Organisation 50 Best wider.”
Laut Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch sind die VAE für Menschenrechtsverletzungen verschiedener Art verantwortlich. Die Liste reicht von Menschenhandel über erzwungene Prostitution bis zu Verletzungen von Meinungs- und Pressefreiheit. Frauenrechte sind stark eingeschränkt und homosexuelle Handlungen werden strafrechtlich verfolgt. Nach emiratischem Recht sind Strafen wie Peitschenhiebe oder Steinigung keine Seltenheit. Laut Informationen des Auswärtigen Amts wird in den VAE die Todesstrafe auch für ausländische Staatsangehörige verhängt und vollstreckt.