Sommelier René Kollegger im Porträt

René Kollegger arbeitet in der Gastronomie, seit er 15 Jahre alt ist. Heute ist der 39-jährige Sommelier über seine Berufswahl glücklicher denn je. Wieso diese Entscheidung Weltklasse war und wieso auch Welschriesling das sein kann, hat der Steirer Rolling Pin erzählt.
Oktober 7, 2021 | Text: Noel Gonzalez | Fotos: Julia Losbichler

Weltklasse. Das sagt man in der Südsteiermark, wenn etwas besonders super ist. René Kollegger mag das Wort „großartig“ zwar lieber, für den Welschriesling, den er gerade einschenkt, so geübt, dass er es selbst kaum merkt, passen aber beide Begriffe.

René Kollegger
René Kollegger liebt es, mit seinen Gästen im Wirtshaus Maitz in Ratsch über Wein zu ratschen.

Weltklasse. Das sagt man in der Südsteiermark, wenn etwas besonders super ist. René Kollegger mag das Wort „großartig“ zwar lieber, für den Welschriesling, den er gerade einschenkt, so geübt, dass er es selbst kaum merkt, passen aber beide Begriffe.

René Kollegger
René Kollegger liebt es, mit seinen Gästen im Wirtshaus Maitz in Ratsch über Wein zu ratschen.

Eleganz, feine Säure und eine Jugendlichkeit, die niemals vermuten lässt, dass dieser Wein aus dem Hause Lackner Tinnacher „Franz Lackner“ von durchschnittlich 50-jährigen Rebstöcken im südsteirischen Gamlitz stammt und auch in der Flasche schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat, zeigen, wozu Welschriesling fähig ist. Um diese Weltklasse der klassischen steirischen Rebsorte aufzuzeigen, hat René Kollegger ihr im Wirtshaus Maitz, in dem er seit drei Jahren um die Tische wirbelt und die Gäste mit seiner Liebe zu Wein ansteckt, eine eigene Karte gewidmet.

Als erster in Österreich. „Dass Welschriesling großartig ist, muss gezeigt werden, so einfach“, sagt der Steirer mit seiner charmanten Selbstverständlichkeit, wie man sie nur von ihm kennt. Ob es nun tatsächlich so ist oder nur so wirkt, kann nur Kollegger selbst wissen. Jedenfalls: Was René Kollegger sagt, meint er auch so und lebt es zu 100 Prozent, mit jedem seiner 192 Zentimeter Körpergröße. Er wollte Sommelier werden und Wein leben, das hat er getan. Seine heutige Frau Sandra wollte er heiraten, übrigens die Einzige, die ihm, was Entschlossenheit anbelangt, vielleicht doch noch eine Nasenspitze voraus ist. Das hat er getan.

Jetzt ist sein Ziel, Welschriesling die seiner Meinung nach verdiente Weltbühne zu bescheren und den Nachwuchs zu fördern. „Wenn wir der Jugend keine Perspektiven bieten, wie können wir dann erwarten, dass gute Leute nachkommen“, so der Steirer, der, bevor er in seine Heimat zurückkehrte, mit seiner Frau Sandra, Köchin, die Gastro-Welt bereiste.

Am meisten gelernt habe ich, wenn ich irgendwo war. Wenn du im Burgund gestanden bist, weißt du, wie Burgund aussieht.
René Kollegger über die Fähigkeiten eines Sommeliers

„Wir waren in Vail, Colorado, danach sind wir sieben Jahre bei Andreas Döllerer in Golling geblieben“, so Kollegger, der schon in so gut wie jedem der weltbesten Lokale Europas gegessen hat und durch die bekanntesten Rebzeilen vom Burgund bis an der Mosel gestiefelt ist. „Wenn du im Burgund gestanden bist, weißt du wie Burgund aussieht“, so der Sommelier über das Know-how, das jeder Top-Sommelier haben sollte. „Nur wer schon einmal Hunderte Liter umgepumpt oder Hagelnetze aufgespannt hat, weiß, wovon beim Wein die Rede ist.“ Auch über Essen Bescheid zu wissen, zähle zum unabdinglichen Wissen eines jeden Sommeliers. „Andreas Döllerer weiß als Koch besser Bescheid über Weine, als so mancher Sommelier“, so Kollegger.

René Kollegger
Der Welschriesling hat es dem 39-Jährigen besonders angetan. Für ihn ist aber vor allem der Sommelier- Nachwuchs, den er massiv fördert, die Zukunft des Weins.

Als Duo aus Chefköchin und Chefsommelier kamen Kollegger und Kollegger nach sieben Jahren bei Andreas Döllerer im salzburgerischen Golling und einer Stipvisite im Kärntner Schloss Velden zurück in die Steiermark. Schnell sprach sich herum, dass bei Tom Riederer im südsteirischen St. Andrä mit René Kollegger jetzt die feine Klinge des Weinservice gewetzt werde. Denn dieser Mann ist beides: Weltbürger und mit der Heimat und vor allem deren Menschen verwurzelt. Vor drei Jahren zeichnete sich ab, dass Tom Riederer bald dem Ruf seiner zweiten Heimat, Istrien, folgen werde. René Kollegger wechselte zu Winzer Wolfgang Maitz nach Ratsch an der Weinstraße.

Kollegger: „Ich bin superglücklich hier. Ich darf meine eigene Weinkarte gestalten, mache Verkostungen für das Weingut, bin im Wirtshaus für den Wein zuständig und irgendwie auch Hausmeister für alles“, so Kollegger über seine berufliche Heimat mit Ausblick auf die südsteirischen Weinhügel.

Gegensätze ziehen sich an

Bald nach seiner Ankunft in der Steiermark taten sich mit René Kollegger und Christian Zach zwei Menschen zusammen, die beide Wein lieben, aber konträrer nicht sein könnten. „Weil wir so verschieden sind, funktioniert es so gut“, sagt der dauergutgelaunte, positiv gestimmte Kollegger. Gemeinsam wollen er und Zach die heimische Sommelerie nach vorne bringen. „Bis Ende 2021 stehen noch drei große Veranstaltungen für den Nachwuchs in der Steiermark an: ein Sensoriktraining mit meinem Freund Arno Bergler, die Wine.Days im Rahmen der Chef. Days von Rolling Pin und eine größere Weinverkostung mit Händlern.“

Für nächstes Jahr ist monatlich eine Verkostung im Rahmen der von Kollegger und Zach gegründeten „Profi-Sommelier- Abteilung“ angedacht. „Dafür konnten wir Größen wie Petra Bader, Steve Breitzke oder Alexander Koblinger gewinnen“, so Kollegger. Schon mehr als 30 Betriebe haben ihren Nachwuchs über die Webseite des Steirischen Sommeliervereins oder im direkten Kontakt mit René Kollegger für die Verkostungen angemeldet. Eine davon handelt von Welschriesling und seiner Weltklasse.

www.maitz.co.at

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