Feuern mit Stil

Wir zeigen, wie Sie sich von Mitarbeitern elegant und stilvoll trennen, sodass diese sich beim Hinausgehen auch noch herzlich dafür bedanken.
November 13, 2015

Fotos: Werner Krug, Lachmair
Feuern mit Stil
"Schmidt, Sie sind raus. LG, Ihr Boss." Dass so eine Kündigung per SMS nicht unbedingt gentlemanlike und vor allem rechtskonform ist, sollte klar sein. Dass man in manchen Fällen aber gerne genau so kündigen möchte, auch. Wer clever ist, der zeigt auch beim Kündigen Klasse. Denn im Leben sieht man sich immer ein zweites Mal!

Siegfried Lachmair ist Berater, Coach und Mediator in der Personalentwicklung und rät allen Bossen, die das Kündigungsfeuer eröffnen wollen: „Man sollte den betroffenen Mitarbeiter unbedingt…

Fotos: Werner Krug, Lachmair
Feuern mit Stil
"Schmidt, Sie sind raus. LG, Ihr Boss." Dass so eine Kündigung per SMS nicht unbedingt gentlemanlike und vor allem rechtskonform ist, sollte klar sein. Dass man in manchen Fällen aber gerne genau so kündigen möchte, auch. Wer clever ist, der zeigt auch beim Kündigen Klasse. Denn im Leben sieht man sich immer ein zweites Mal!

Siegfried Lachmair ist Berater, Coach und Mediator in der Personalentwicklung und rät allen Bossen, die das Kündigungsfeuer eröffnen wollen: „Man sollte den betroffenen Mitarbeiter unbedingt in einem persönlichen Gespräch über die Kündigung informieren. Schriftlich geht gar nicht! Außerdem sollte man sich auf dieses Gespräch akribisch vorbereiten.“ Denn meist scheuen sich zitternde Leithammel, die unangenehme Botschaft auszusprechen, und reden lange um den heißen Brei herum.

Beides uncool! Überlegen Sie sich eine direkte Gesprächseröffnung, bei der Sie nicht endlos über die ungünstige wirtschaftliche Lage quasseln. Das erhöht unnötig die Qualen des Mitarbeiters, der meist ohnehin schnell kapiert, woher der Wind weht. Kommen Sie nach einer kurzen Einleitung rasch zur Sache.

Ist die Kündigung erst einmal ausgesprochen, meiden viele Chefs den Gekündigten wie der Teufel das Weihwasser. Ein Schuss in den Ofen, denn der Gekündigte sieht dann sich und seine Arbeit herabgewürdigt. Er verliert gegenüber seinen Kollegen bestimmt kein gutes Wort mehr über seinen Brötchengeber und die Moral der restlichen Mannschaft sinkt. Auch weil sie fürchten: So wird der große Häuptling auch einmal mit mir verfahren.

Die 10 Toptipps zum richtigen Kündigen
So feuern Sie richtig: Egal, wie schwierig der Mitarbeiter ist!

1 DREHBUCH SCHREIBEN
Alle fraglichen Punkte müssen eindeutig geklärt sein, bevor es ins Kündigungsgespräch geht. Handelt es sich um eine betriebsbedingte Kündigung oder ist das Verhalten des Mitarbeiters Ursache für die Trennung? Welche Kriterien begründen die Auswahl? Wer teilt dem Mitarbeiter wann und wo die Entscheidung mit?
2 DIE MITTEILUNG PERSÖNLICH MACHEN
Samstags ein Kündigungsschreiben aus dem Briefkasten zu fischen, ohne vorher vom Rausschmiss zu wissen, ist für Angestellte ein Horror-Szenario. Vorgesetzte sollten den Mitarbeiter am besten persönlich über die Kündigung informieren.
3 RECHTLICHE VORAUSSETZUNGEN PRÜFEN
Darauf ist bei personen- oder verhaltensbedingten Kündigungen grundsätzlich zu achten. Gibt es Zweifel, dass die Kündigung wasserdicht ist, sollte man einen Aufhebungsvertrag anstreben.
4 KEINE FLOSKELN BEIM KÜNDIGEN
Um den heißen Brei herumzureden, ist unangebracht. Nach einer kurzen Einleitung sollte man klar und sachlich die Kündigung mitteilen. Nennen Sie das Kind beim Namen!
5 AUF GEFÜHLSAUSBRÜCHE VORBEREITEN
Nicht jeder nimmt die Nachricht über seine Kündigung gefasst auf. Mancher zeigt sich danach geschockt, andere werden aggressiv oder brechen vielleicht sogar in Tränen aus. Wer einen Mitarbeiter gekündigt hat, sollte solche emotionalen Reaktionen akzeptieren und dem Betroffenen etwas Zeit geben, sich zu beruhigen.
6 TRENNUNG SAUBER BEGRÜNDEN
"Warum ich?", ist eine typische Frage, der sich Führungskräfte nach einer Kündigung ausgesetzt sehen. Sie müssen darauf stets die richtige Begründung parat haben.
7 FÜR RUHE SORGEN
Klingelnde Telefone und Kollegen, die ins Büro hereinplatzen, verschlimmern die unangenehme Gesprächssituation zusätzlich. Wer ein Kündigungsgespräch führt, sollte sicherstellen, dass Störungen von außen unterbleiben.
8 NICHT DISKUTIEREN
Auch wenn mancher sich dabei hart und herzlos vorkommt: Diskussionen über die Auswahlkriterien für die Kündigung darf man auf keinen Fall führen!
9 HILFE ANBIETEN
Eine Kündigung kann beim Betroffenen Existenzängste auslösen. Abmildern kann das Unternehmen sie, indem es Hilfe beim Aufbau einer neuen beruflichen Perspektive anbietet.
10 VERBLEIBENDE BELEGSCHAFT MOTIVIEREN
Mit einer Kündigung schwappt häufig auch die Angst durch das Unternehmen: „Wer ist der Nächste?“, fragen sich die Mitarbeiter. Diese Angst sollten Führungskräfte in jedem Fall ernst nehmen. Man sollte der verbleibenden Belegschaft die Zukunftsplanung erläutern und versuchen, neue Aufgabenverteilungen transparent zu machen. Damit eröffnet man den Angestellten eine Perspektive und vermeidet Demotivation.

Lachmair apelliert in jedem Fall auf eine Kündigung mit Stil: „Ein Minimum ist natürlich, die Mindestfristen und Termine zur Kündigung einzuhalten. Diese sind ja geseztlich geregelt und im jeweiligen Kollektivvertrag enthalten.“ Weiters sollte man sich für das Trennungsgespräch sehr viel Zeit nehmen: „Was ist gut gelaufen, was hätte man anders machen können und warum kam es überhaupt zur Kündigung?“, das sind Punkte, die man laut Lachmair unbedingt ansprechen sollte.

Auf die Hiobsbotschaft „Sie sind gefeuert“ reagieren Mitarbeiter dann meist unterschiedlich: manche geschockt, manche gelassen, manche auch wütend. Lassen Sie zu, dass Ihr Mitarbeiter Emotionen zeigt. Äußern Sie Verständnis und geben Sie ihm ausreichend Zeit, die Fassung wiederzugewinnen, aber diskutieren Sie nicht! Gelingt ihm dies nicht, sollten Sie das Regeln der Trennungsmodalitäten einfach vertagen.

Wenn Sie kündigen, dann rechtzeitig: Geben Sie Ihrem Mitarbeiter genügend Zeit für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. So können Sie feindliche Gefühle beim scheidenden Kollegen vermeiden. Akzeptieren Sie auch einen eventuellen Leistungsabfall nach Aussprache der Kündigung. Ihr Ass im Ärmel: das Arbeitszeugnis. Die meisten Mitarbeiter werden nämlich einen möglichst guten abschließenden Eindruck hinterlassen wollen.


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"Mein Credo: Immer die menschliche Form wahren! Man sollte die Mitarbeiter bis zum letzten Tag respektvoll behandeln."

Frank Buchholz
Sternekoch im Restaurant Buchholz
www.frank-buchholz.de

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Einen weiteren essenziellen Punkt spricht auch Sternekoch Frank Buchholz an: "Es ist ausgesprochen wichtig, die Mitarbeiter bis zum letzten Tag respektvoll zu behandeln. Mein Credo: ‹Immer die menschliche Form wahren.› Was einen allerdings auch bei einer Kündigung weiterbringt, sind ehrliche Aussagen und daran halte ich mich bei all meinen Mitarbeitern!"

Zeigen Sie dem verbleibenden Team also durchaus Ihr ehrliches Bedauern – sofern vorhanden – und dass Sie letztendlich keine andere Lösung finden konnten. Beantworten Sie auch etwaige Fragen über die zukünftige Entwicklung im Unternehmen so offen wie möglich. Zeigen Sie Perspektiven auf. So verhindern Sie Demotivation, Produktivitäts- und Loyalitätsverluste bei Ihren Mitarbeitern – und Abwanderungsgedanken.

Setzen Sie als letzten Schritt einen eleganten Schlussstrich unter die Arbeitsbeziehung. Verabschieden Sie den Mitarbeiter am letzten Arbeitstag persönlich und überreichen Sie ihm ein ehrliches Zeugnis. Egal, was Sie tatsächlich von ihm halten oder wie ungehobelt er war: Der finale Tritt in den Hintern muss sitzen!

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 Siegfried Lachmair
"Man sollte den betroffenen Mitarbeiter unbedingt in einem persönlichen Gespräch über die Kündigung informieren."

Siegfried Lachmair
Mediator und Personalentwickler
www.lachmair-consulting.com

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