Ausgabe 224

Auf ein Bier mit Martina und Karl Hohenlohe

Im Leben der Gault-Millau-Herausgeber Martina und Karl Hohenlohe dreht sich alles ums Essen. Warum es allerdings anstrengend ist, mit ihnen essen zu gehen, verraten sie im Interview.

Text: Andrea Böhm, Bernhard Leitner     Fotos: Kurier, Philipp Lipiarski

Interview 

Karl Hohenlohe ist bekannt aus Film, Funk und Fernsehen. Vor allem den ORF bereichert er mit seiner Präsenz und witzigen Kommentaren. Martina Hohenlohe hat sich schon in ihren Jahren beim „Kurier“ ganz der Kulinarik verschrieben und heute widmet sie sich mit „Mein wunderbarer Kochsalon“ ganz ihrer Leidenschaft. Gemeinsam sind die beiden nicht nur Ehe-, sondern auch Geschäftspartner als Co-Herausgeber des Gault Millau.

Sie haben den Gault Millau als Franchisenehmer übernommen. Wie kann man sich das vorstellen? Fährt man nach Frankreich zum Headquarter und sagt, dass man das gerne machen möchte? 
Karl Hohenlohe: Das hat der Herr Reinartz, ein Salzburger, vor vielen, vielen Jahren gemacht. Gault Millau vergibt Lizenzen, mittlerweile sehr intensiv, auf der ganzen Welt. 
Martina Hohenlohe: Sie versuchen es, global zu vernetzen, und sind damit wirklich auf einem beeindruckenden Weg. Japan ist neu, Russland, Kanada, Georgien. Dann kommen neu Portugal, Spanien, Italien, Amerika und die Arabischen Emirate dazu. Das explodiert gerade. 

Amerika ist ein sehr schwieriger Markt, oder? 
Karl: Sehr schwierig. Auch Russland ist schwierig, weil man es so schwer mit unseren Maßstäben vergleichen kann. Die essen anders, die würzen anders. Aber ich möchte dazu sagen, dass wir da ein Produkt übernommen haben, das in Österreich unglaublich gut eingeführt war, die Hauben waren immer schon da. In Österreich gibt’s den Begriff Sterneköche so gut wie nicht. Niemand sagt Sterneköche, alle sagen Haubenköche. Wir haben da ein gutes Produkt übernommen und versucht, es weiterzuentwickeln. Weil man nicht stehen bleiben darf und immer neue Sachen machen muss, um da irgendwie en vogue zu bleiben. 
Martina: Was wir wirklich verändert haben, ist, dass wir die Marke Gault Millau als Qualitätssiegel etablieren wollten, und ich hoffe, das ist uns gelungen. Wir haben’s ein bisschen breiter angelegt. Es war uns ganz wichtig, dass auch Betriebe wie ein einfaches Wirtshaus, das mit beständiger und hoher Produktqualität kocht, auch schon Haubenbetriebe sein können. Ich glaube, diese Auszeichnung ist wirtschaftlich wichtig. Das wird uns auch immer wieder bestätigt.

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29.06.2018