Der wohl teuerste Lachs der Welt: Keiji-Lachs
Einer von 10.000: Darum ist der Keiji-Lachs so selten
Einen Keiji-Lachs zu finden, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Last-Minute-Tisch in den Top-Sushi-Tempeln Tokios: theoretisch möglich, praktisch ein kleines Wunder. Denn Keiji ist keine eigene Art, sondern ein junger, noch nicht geschlechtsreifer Ketalachs (Chum Salmon / Shirozake, Oncorhynchus keta) und nur ganz wenige dieser unreifen Tiere haben diesen legendären Fett-Boost. Im Fang heißt das oft: einer unter 10.000.

Einer von 10.000: Darum ist der Keiji-Lachs so selten
Einen Keiji-Lachs zu finden, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Last-Minute-Tisch in den Top-Sushi-Tempeln Tokios: theoretisch möglich, praktisch ein kleines Wunder. Denn Keiji ist keine eigene Art, sondern ein junger, noch nicht geschlechtsreifer Ketalachs (Chum Salmon / Shirozake, Oncorhynchus keta) und nur ganz wenige dieser unreifen Tiere haben diesen legendären Fett-Boost. Im Fang heißt das oft: einer unter 10.000.

So viel kostet der Keiji-Lachs
Beim Keiji-Lachs gilt: Der Preis schwimmt nicht mit – er surft. In Tokio wurde ein Keiji-Nigiri beispielsweise für 3.500 Yen (ca. 19,00 €) pro Stück angeboten, während ein normales Lachs-Nigiri 400 Yen (ca. 2,18 €) kostete. Spoiler: Er war schneller ausverkauft als ein „Chef’s Table“-Slot.
Und wer lieber gleich den ganzen Fisch möchte, gelangt in Preisregionen, in denen der „Kilopreis“ plötzlich sehr hoch wird: Online werden Keiji-Lachse teils als ganze Fische (z. B. 2,5 kg) für rund 495.000 Yen (ca. 2.697,25 Euro) gelistet, das sind Beträge im sechsstelligen Yen-Bereich pro Kilo. Andere Händler nennen beispielsweise 238.000 Yen (ca. 1.296,86 Euro) für ca. 2,3 kg. Kurz: Der Keiji ist kein Snack. Er ist ein Statussymbol mit Schuppen.
Herkunft des “Phantom-Lachs”
Die Keiji-Fische werden vor allem vor der Küste Hokkaidos, insbesondere in der Region Shiretoko, gefangen. Da nur ein Bruchteil des Fangs überhaupt als Keiji gilt, wird jeder einzelne Fisch wie ein kleiner Jackpot behandelt. Im Klartext bedeutet das: Wer hier einen abbekommt, hat nicht einfach Lachs bestellt, sondern einen kulinarischen Hauptgewinn erzielt.
Wo man den wohl teuersten Lachs der Welt genießen kann
Bei dem indischen Spitzenkoch Gaggan ist der seltene Lachs nicht immer zu erwarten. Denn in seinem Restaurant wechseln die Gerichte regelmäßig, da Gaggan Anand mit ständig neuen, kreativen Tasting-Menüs arbeitet. Der Lachs ist Teil seiner progressiven, japanisch inspirierten Küche, aber kein dauerhaftes Standardgericht. Wenn er angeboten wird, dann ist er aufwendig und ungewöhnlich zubereitet, eher kulinarischer Plot Twist als klassisches Gericht, und fest in ein theatralisches Fine Dining Erlebnis eingebettet.
Weniger „Dinner-Show“, mehr „Zufallsfund“: In Japan taucht Keiji auch selten in ausgewählten Sushi-Läden auf. So wurde er etwa zeitweise in der Tokyo Station serviert, und zwar bei Sapporo Uogashi 57 Sushi (57 Tokyo).

Keiji-Lachs: Sehr selten, aber köstlich
Keiji ist berühmt für seinen ungewöhnlich hohen Fettanteil (ca. 20–30 %) – deshalb wird er geschmacklich gern mit Toro verglichen: weich, reich, fast schon cremig. Nur eben als Lachs-Version von „First Class“. Und ja: Nach diesem Bissen wirkt normaler Lachs kurz so aufregend wie Mineralwasser ohne Kohlensäure.